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Seine Mutter schenkte ihm zu Weihnachten ein paar neue Winterstiefel, einen Pullover, wie er ihn immer gewollt hatte, und eine warme Winterjacke. Josef - das war der Mann, mit dem sie seit einiger Zeit lebte - schenkte ihm einen Computer mit allen Schikanen.
Eigentlich war er glücklich.
Am ersten Weihnachtstag ging er zum Bach hinunter, um seinen Freunden das alles zu zeigen. Er stand da und redete mit den Forellen, den Stichlingen und den Fröschen. Er sagte, es wäre Weihnachten und alles sei okay. Dann rutschte er im Schlick aus, die neuen Stiefel liefen voll, sein Hintern war klatschnass, seine neue Jacke hatte einen riesigen Matschflecken. Als er nach Hause kam, schrie seine Mutter, weshalb sie denn - um Gotteswillen - alle diese teuren Sachen gekauft habe, und was er sich dabei denke. Und Josef brüllte rum, er hätte den Computer über die Bank finanziert, und wahrscheinlich würde dieser Scheißjunge demnächst auch den Computer seinen Freunden zeigen und ihn einfach ins Wasser schmeißen. Und es wäre idiotisch für einen Sechsjährigen, solche Weihnachtssachen den Fischen und Fröschen zu erzählen - so ein hirnrissiger Scheiß.
Er ging in sein Zimmer, weinte sehr, und erzählte die ganze Geschichte der Maus, die unter seinem Bett wohnte.
Michael
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