Jacques Berndorf

Eine Geschichte zur Weihnacht...

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Der Abgeordnete der Christlich-Sozialen Friedbert Glauben war ein fröhlicher, etwas fülliger Mann um die fünfzig. In den stillen Stunden seines Lebens äußerte er versonnen: “ich weiß, daß es nicht Mode ist, aber meine Leuchtfigur ist immer noch der Jesus, der die Todkranken zurück in das Leben rief und die Armen liebte.”
Jetzt saß er mit seinem Büroteam und seinem Medienberater zusammen - letztes trautes Treffen vor dem Heiligen Abend. Glauben murmelte sanft: “Das Jahr war lang und hart, Leute. Es hat gezeigt, daß die alten Werte der Nation verschüttet sind: Aufrichtigkeit und Demut sind verloren, Grundbegriffe der Moral und Ethik nicht mehr gültig. Die Raffkes siegen, die Gier im Volk ist unglaublich. Wir haben verlernt  zu teilen, wir haben vergessen, was Matthias Claudius sagte: So laß uns schlafen - und unsern kranken Nachbarn auch!”
“Mein Gott”, hauchte der Medienberater hingerissen “das hätte ich jetzt mitschneiden müssen. Das wäre ein Wort zur Jahreswende, ein Knüller wäre das!”
“Anna-Maria”, wandte Glauben sich an seine Sekretärin “letzte Arbeit: Die fünf Seidenteppiche für meine Frau müssen her. Schwiegertochter soll den Zweikaräter ans Öhrchen kriegen. Tochter Claudia braucht einen Scheck für die Karibik. Sohnemann soll in Gottes Namen den neuen Landrover haben.Ich schenke mir den neuen  Wintergarten mit Fußbodenheizung. Los - zack-zack!”

Frohe Weihnachten
und
Alles erdenklich Gute im Neuen Jahr
wünschen

Jack Pernstorff
Geli Gatzke-Preute
Chippy (Webmaster)